Die historische Abteilung
Haus der Stadt- und Kantons­geschichte

Das HVM besitzt die bedeutendste kultur­geschichtliche Sammlung der Nord­ost­schweiz. Ein Schwer­gewicht bildet die Geschichte der Stadt und Region St.Gallen, zu den Glanz­stücken gehören die Zeugnisse der st.gallischen Lein­wand­industrie und das grosse Stadt­modell – es visualisiert die Reichs­stadt St.Gallen von 1642. Bedeutende Sammlungen gibt es in den Bereichen Bauern­malerei, Sakral­kunst, Kostüme und Kunst­handwerk (Schweizer Porzellan, Silber, Uhren, Möbel, Münzen). Einen besonderen Akzent setzen die «period rooms»: originale historische Zimmer aus verschiedenen Regionen des Kantons. «Objekt Nr.1» ist das Museums­gebäude. Es wurde buchstäblich um die Sammlungen herum geplant und eine eigenständige, sinnliche Kulisse. Der Besucher kann in diesem Gebäude viele reiz­volle Entdeckungen machen.

Die völkerkundliche Abteilung
Ein Haus der Weltkulturen

Die ethno­logische Abteilung des HVM ermöglicht Begegnungen mit Ethnien rund um den Globus: mit ihrer Lebens­welt, ihrer kulturellen Vielfalt, ihrem künstlerischen Reichtum. Die Sammlung umfasst heute rund 20‘000 Objekte. Ihre Anfänge reichen bis in die 1860er Jahre zurück. Ein beachtlicher Teil der Objekte sind Schenkungen von St.Galler­innen und St.Gallern oder Menschen, die der Stadt verbunden waren. Mit Han Coray (1880-1974) und Eduard von der Heydt (1882-1964) sind zwei international bekannte Sammler vertreten.

Die Dauer­ausstellungen werden zurzeit überarbeitet und vollständig neu gestaltet. Bereits eröffnet sind Indianer & Inuit (2015) und Welten sammeln (2016), eine verkürzte Welt­reise mit den Stationen Ozeanien, Amazonien, Altamerika, Afrika und Alt­ägypten.

DIE ARCHÄOLOGISCHE ABTEILUNG
«Faszination Archäologie»

Seit 16. Januar 2014 ist die archäologische Dauer­ausstellung wieder­eröffnet. Sie wurde komplett neu konzipiert, die Ausstellungs­fläche wurde auf 390 m² verdreifacht. «Faszination Archäologie» ermöglicht vielfältige Begegnungen mit der Archäologie in Kanton und Stadt St.Gallen. Ein Haupt­thema sind die spektakulären Ausgrabungen, die in den letzten Jahren gemacht wurden, insbesondere in Rapperswil-­Jona, Weesen und in der St.Galler Altstadt. Ein interaktives «Labor Archäologie» bietet spannende Antworten auf die Frage, wie die Archäologie überhaupt zu ihren Erkenntnissen kommt: Was können z.B. Knochen oder Pflanzenreste über das Leben früherer Menschen erzählen? Vertiefende Begegnungen mit diesen Epochen bieten die Archäologie­bibliothek, Spiele, historische Kostüme und das museums­pädagogische Programm. Über die laufenden bzw. kürzlich abgeschlossenen Forschungen informieren wechselnde Präsentationen im «Fenster der Kantons­archäologie».

«Faszination Archäologie» ist ein gemeinsames Projekt des kantonalen Amtes für Kultur und des HVM. Konzipiert und realisiert wurde die Ausstellung von Holzer Kobler Architekturen Zürich, gemeinsam mit dem Archäologen Jonas Kissling.


Blick in die Ausstellung


Wie haben die Menschen in vergangenen Zeiten gelebt? Welche Waffen und Werk­zeuge stellten sie her? Was stand auf ihrem Speise­plan? Wie veränderte sich ihre Umwelt und welchen Einfluss nahmen die Menschen auf diese? Und welche technischen und gesell­schaftlichen Veränderungen treten im Laufe der Zeit auf?

Antworten auf diese und andere Fragen finden die Besucher­innen und der Besucher in der neuen archäologischen Dauer­ausstellung. Hier schon vorab ein kleiner Einblick:

Fenster zur Kantons­archäologie

Das «Fenster zur Kantons­archäologie» präsentiert neueste Funde aus laufenden Grabungen der Kantons­archäologie St.Gallen. Aktuelle Grabungs­resultate, High­lights oder Spezialitäten werden hier erstmals gezeigt – und das bereits kurz, nachdem sie aus dem Boden gekommen sind. Der Inhalt wird alle 3-4 Monate gewechselt.

Kindermuseum

Ein Ausflugsziel für Familien

Das Kinder­museum im Dach­geschoss lädt auf eine spannende Zeit­reise ein. Ein Bar­fussweg führt die kleinen und grossen Gäste in die Vergangenheit, zu Jahr­markts­figuren, Bauarbeitern, Würfel­spielen und Kreisel. Bei einem Ab­stecher in die Theater­welt begegnen sie berühmten Geschichten aus dem St.Galler Figuren­theater. Eine Bühne bietet die Möglichkeit, selber Theater­luft zu schnuppern. Die Reise führt weiter in zwei begehbare Jugend­zimmer, eines aus den 1950er Jahren und eines von heute. Hier heisst es, Musik hören, Petticoats anprobieren, sich Briefe schreiben und in Zukunfts­träumen schwelgen. Kurz: Im Kinder­museum gibt es vieles zu entdecken und auszuprobieren – auch für die Erwachsenen. Ein spannender Dialog zwischen den Generationen entsteht.