Sonderausstellungen

5. September 2009 – 18. April 2010
 
 

   
 

Indiens Tibet – Tibets Indien
Das kulturelle Vermächtnis des Westhimalaya

Der deutsche Archäologe August Hermann Francke erkundete bereits 1909 den Westhimalaya und hielt zusammen mit seinem Fotografen Babu Pindi Lal diese faszinierende Landschaft und ihre Bevölkerung in Wort und Bild fest.

Dreissig Jahre später flüchtete der österreichische Bergsteiger und Forschungsreisende Heinrich Harrer durch den Westhimalaya nach Tibet. Später kehrte er als freier Mann in die Gegenden zurück.

Der Frankfurter Autor und Fotograf Peter van Ham bereist seit über zwanzig Jahren auf den Spuren Franckes und Harrers die Bergwüsten von Kinnaur, Spiti, Lahaul, Rupshu, Nubra, Zanskar und Ladakh.

Bequemer und sicherer durchquert der Besucher der Ausstellung von Shimla nach Ladakh auf alten Pfaden und neuen Wegen, entlang atemberaubender historischer und gegenwärtiger Fotografien, vorbei an beeindruckenden kulturellen und religiösen Zeugnissen aus über tausend Jahren, um am Ende die innere und äussere Reise im Einklang zu erleben.

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bis 6. Dezember 2009

 
   
 

   
 

Kostbarkeiten aus der Vadianischen Sammlung – original und online

Das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen zeigt fünfzehn aussergewöhnliche Handschriften aus der Vadianischen Sammlung der Ortsbürgergemeinde St.Gallen. Den Originalen wird die Online-Präsentation in den «e-codices» zur Seite gestellt; die Originale in den Vitrinen und die auf der Leinwand digitalisierten Handschriften ergänzen sich in idealer Weise.

St.Galler Kulturerbe
Die rund 100 mittelalterlichen Handschriften der Vadianische Sammlung der Ortsbürgergemeinde stammen aus der Bürgerbibliothek der Reichsstadt St.Gallen. Seit Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte es zur Ehrenpflicht der reichen Bürger, die Bibliothek mit kostbaren Büchern zu beschenken, aber auch mit seltenen Naturalien aus aller Welt, mit Münzen und anderen historischen Funden sowie mit Porträts bedeutender St.Galler Persönlichkeiten. Bei den Handschriften sind die Erwerbungen aus Italien, Frankreich und Deutschland zahlreicher als jene aus St.Gallen und Umgebung. So kam eine originelle und wertvolle Sammlung zusammen, in der sich die internationalen Verbindungen der St.Galler Kaufleute spiegeln. Heute werden die Handschriften in der Kantonsbibliothek aufbewahrt.



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ab 15. November 2008
 
 
 

   
 

Kälte, Hunger, Heimweh –
In sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1941-1956

Zwischen 1941 und 1945 gerieten ungefähr 3,5 Millionen Angehörige der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS in russische Kriegsgefangenschaft. Darunter fanden sich auch Schweizer und Auslandschweizer, die sich aus unterschiedlichen Gründen freiwillig für den Kriegseinsatz gemeldet hatten. Ungefähr 2 Millionen Kriegsgefangene kehrten aus der Sowjetunion heim - die letzten erst 1956.

Die Ausstellung befasst sich mit den unterschiedlichsten Aspekten des Gefangenen- und Lagerlebens. Kälte, Hunger und Heimweh sind dabei nur einige Stichworte, die durch weitere Schlagworte wie Stacheldraht, Krankheit, Sorgen und Entbehrung ergänzt werden können.

Da die Kriegsgefangenen kaum etwas besassen und ihnen bei wiederkehrenden Kontrollen jeder noch so einfache Gegenstand abgenommen wurde, sind jene Objekte, die in die Heimat gerettet werden konnten und heute noch vorhanden sind, von besonderer Bedeutung. Sie sind Zeuge dafür, wie Phantasie und Geschick für das Überleben in den Lagern unabdingbar waren.

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12. September – 13. Dezember 2009

 
   
 

   
 

Göttlich – Wörtlich

Im Anfang war das Wort…
…gesprochen, geschrieben oder gesungen. Kalligrafien, mündlich weitergegebene Epen, auf Palmblättern festgehaltene Lehrsätze und Schriften aller Art kennzeichnen die Buchreligionen.

 …aber nicht nur!
Beschriebene Objekte, erzählende Gegenstände von Göttern, dem Jenseitigen oder der Allmacht, sprechen auf verschlungenen Pfaden oder mit deutlichen Worten. Denn Religion findet nicht nur im Kopf statt, sondern wird von den Gläubigen sinnlich erlebbar gestaltet und begangen. Ihre Gegenstände transportieren Glaubensinhalte und bewahren sie auf unterschiedliche Art und Weise durch die Zeit.
Im Rahmen der Interreligiösen Dialog- und Aktionswoche (IDA) der Stadt St. Gallen blickt das Historische und Völkerkundemuseum zusammen mit Vertretern des «Runden Tisches der Religionen» auf seine «göttlichen» Sammlungen.

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ab 22. Februar 2009 – 12. Juli 2009
 
 
 
 

   
 

Tierglocken aus aller Welt

Nicht nur über die Gipfel der Alpen erschallt verschiedenstes kunstvolles Geläut; es schellt, scheppert, bimmelt und klingelt rund um den Globus und dies quer durch alle Zeiten. Seit jeher war es dem Menschen ein Bedürfnis, seine Tiere durch Schellen, Glocken und Rollen zu kennzeichnen oder sie vor bösen Geistern zu schützen. In über 30 Jahren hat das deutsche Ehepaar Daub mehr als 500 Glocken aus Asien, Afrika, Europa und Amerika zusammengetragen. Über 200 davon werden von Februar bis Juli 2009 im Historischen und Völkerkundemuseum für Auge und Ohr ausgestellt. Als Folge einer Kooperation des Historischen und Völkerkundemuseums St.Gallen mit dem Klanghaus Toggenburg, wird die Ausstellung im November 2009 auch in Alt St. Johann zur Eröffnung der Schellenschmiede gezeigt.



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seit 6. September 2008
 
 

Peter Ammon – Schweizer Bergleben
um 1950

Peter Ammon (*1924) reiste in den 1950er Jahren durch die Schweizer Bergtäler, um Leben und Arbeiten der Bergbevölkerung fotografisch festzuhalten. Damals fanden seine Bilder wenig Anerkennung, sehnten sich die Menschen doch nach Fortschritt und Moderne. Heute sind Peter Ammons Fotografien Zeitzeugen einer beinahe vergessenen Welt.
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münz seit 13. September 2008
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Kostbarkeiten ans Licht geholt –
Münzen und ihre Geschichte

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie St. Gallen

münzDas Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen beherbergt eine numismatische Sammlung, die heute mehr als 10‘000 Münzen umfasst. Neben Sammlerstücken und spektakulären Bodenfunden aus der näheren Umgebung St.Gallens finden sich darin nicht zuletzt dank grosszügigen Schenkungen auch Münzen aus fernen Ländern und Zeiten. Erstmals zeigt nun das Museum einen Überblick über die eigene Münzsammlung, wobei ein besonderes Augenmerk sowohl auf der Münzgeschichte der Stadt St.Gallen als auch auf der Geschichte der Münzsammlung selbst liegt. münz
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seit 8. September 2007
 
 

Licht und Schatten

St. Gallen beherbergt die einzige und bedeutendste völkerkundliche Sammlung im Grossraum zwischen Zürich, Stuttgart und München. Daher ist es dem Historischen und Völkerkundemuseum ein besonderes Anliegen, neben der Pflege der Sammlung auch völkerkundliche Sonderausstellungen zu veranstalten. Nun haben wir die Möglichkeit, die weltweit grösste und vollständigste Sammlung indonesischer Wayang-Figuren unseren Besucherinnen und Besuchern vorzustellen. Der Zoologe Dr. Walter Angst führte neben seiner Tätigkeit als international bekannter Affenforscher und Direktor des Affenbergs Salem in jahrzehntelanger wissenschaftlicher Arbeit diese Sammlung zusammen. Heute befinden sich etwa 18'000 Wayang-Figuren und mehr als 1'000 Objekte der Alltagskultur mit Wayang-Motiven im Besitz von Walter Angst. Die konsequent und mit wissenschaftlicher Akribie zusammengetragene Sammlung überzeugt vor allem durch die lückenlose Übersicht von Wayang-Figuren aus Java und Bali, den Zentren des Wayang. Die Sammlung Walter Angst ist die umfangreichste ihrer Art und stellt daher auch einen wichtigen, fast unerschöpflichen Fundus für die Wayang-Forschung dar. Die aus der Beschäftigung mit der Sammlung gewonnenen Erkenntnisse fasste er in einer Publikation zusammen, die gleichzeitig mit der Ausstellung 2007 erscheint.

2003 wurde das Wayang von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.


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srilanka seit 10. Februar 2007
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Das andere Gesicht – Maskenspiel und Heilritual in Sri Lanka

srilankaSie sind farbenprächtig und unheimlich: Die Masken aus der Schenkung Thilo Walter Hoffmann sind für westliche Augen ein fröhlich-grotesker Augenschmaus. Für die Singhalesen des südlichen und südwestlichen Küstengebietes verkörpern sie unheilvolle Dämonen, die Krankheiten verursachen. Masken mit herausquellenden Augen und Übelkeit erregenden Gesichtszügen bilden den Hauptteil dieser weltweit bedeutenden Sammlung. Ein kleinerer Teil davon sind satirische und lustige Theatermasken, die früher beim buddhistischen Neujahrsfest und in Vollmondnächten auftraten. Lange vergessen und in den 1980er Jahren wiederbelebt sind diese gut hundertjährigen Theatermasken Zeugen alter Maskenspiele. Ganz anders die Heilrituale: Sie werden bis heute für einfache Dorfbewohner durchgeführt. In einem nächtlichen Spektakel treten maskierte Tänzer wild brüllend als krankheitsbringende Dämonen auf. In witzigen Dialogen thematisieren sie unkontrollierte Handlungen und Triebe, sodass der Patient sein Fehlverhalten erkennen und gesunden kann. Bevor die westliche Medizin ins hinterste Dorf vordrang, waren solche atemberaubenden Maskenaufführungen zu Heilzwecken an der «Tagesordnung» – darüber berichten die anderen Gesichter dieser Ausstellung, wie die Masken im Singhalesischen genannt werden.

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bis Sommer 2008
 



























 

Asiatische Schiffe aus der völkerkundlichen Sammlung

Das Schiff spielt in der Geschichte der Menschheit eine zentrale Rolle. In wasserreichen Gebieten und auf abgelegenen Binnengewässern ist es oft das wichtigste Transportmittel, so auch in Asien und dem pazifischen
Raum mit seinen vielen Inselgruppen.
Neben der praktischen Bedeutung werden in verschiedenen Kulturen Schiffe auch als Symbol für die Überfahrt zu den «Inseln der Seligen» aufgefasst. So glauben heute noch viele Indonesier, dass Schiffe die
Seelen der Verstorbenen in das Reich der Toten tragen.
Diese vielfältige Bedeutung des Schiffes widerspiegelt sich in einer Fülle von Darstellungsformen. Die Ausstellung zeigt einige interessante Objekte zum Thema aus dem asiatischen Raum.
Die Modelle geben einen Einblick in die Vielfalt asiatischer Schiffe, wie sie sich heute zum Teil noch in Gebrauch finden.

Für die symbolische Bedeutung zeugen die Zeremonial- oder «Schiffstücher», welche bei festlichen Gelegenheiten Verwendung fanden.

Die Präsentation asiatischer Schiffe im Oberen Studio versteht sich als Auftakt und Erweiterung zur bestehenden Ausstellung «Blick in die Ferne – St.Gallen und die Schifffahrt».

Blick in die Ferne –
St. Gallen und die Schifffahrt

Was hat St.Gallen nur mit der Schifffahrt zu tun? Weder war die Steinach jemals befahrbar, noch gab es einst einen Hafen im Sittertobel. Da jedoch Wasserwege bis in die neuere Zeit eine bedeutende Rolle spielten, ist es verständlich, dass St.Gallen schon früh den Blick in die Ferne richtete und die Schifffahrt auf vielfältige Weise nutzte – vom nahen Bodensee bis zu den Weltmeeren.

Ein kleines Panoptikum an Schiffsdarstellungen, Schiffsmodellen und Mode bietet in zwei neu gestalteten Sammlungsräumen Anregungen, sich mit der St.Galler Geschichte und den Themen Handel, Tourismus und Auswanderung auseinanderzusetzen.

Veranstaltungen zur Ausstellung

 

ab 20. Mai 2008
 
 

100 Jahre Toblerone

TOBLERONE, eine der bekanntesten und beliebtesten Marken der Schweiz feiert im Jahr 2008 das 100-jährige Jubiläum. Zeit, einen Rückblick auf die Geschichte der Toblerone und ihres Erfinders zu werfen um die vielen Gerüchte um die spezielle Form dieser einzigartigen Schokolade aufzulösen.

Die einjährige Wanderausstellung führt quer durch die Schweiz und wird in den wichtigsten Städten Halt machen. Tauchen Sie ein in den unverwechselbaren Genuss von Toblerone und entdecken sie ein wahres Stück Schweiz.

 

ab 11. November 2007 bis 5. Februar 2008
 
 

«Frammenti di Memoria» – Ausstellung zum Erdbeben im Friaul vor dreissig Jahren

1976 wurde das nördliche Friaul von einem verheerenden Erdbeben erschüttert. Neben enormen Schäden an Gebäuden und Einrichtungen fielen diesem Unglück 999 Personen zum Opfer. Aus der damaligen Hilfsaktion «Comitato italo-svizzero Pro Friuli» entstand 1984 der Verein «Pro Friuli St.Gallen», zur Fortsetzung der freundschaftlichen Beziehungen. Zusammen mit der Gemeinde Moggio organisiert er derzeit eine Fotoausstellung, welche auf das Geschehen von damals zurückblickt und an Beispielen die Wiederaufbauleistungen würdigt. Der Kanton St.Gallen arbeitet mit der Provinz Udine auf der Grundlage des Partnerschaftsvertrags von 2004 zusammen. Pfäfers ist seit 2005 Partnergemeinde von Moggio.
Die Ausstellung wird am Sonntag, 11. November 2007, 11 Uhr eröffnet. Sie dauert bis 5. Februar 2008.

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«Frammenti di Memoria» – 30 anni dal terremoto del 1976

Nel 1976 il Friuli settentrionale fu gravemente danneggiato da un terremoto. A parte delle gravi distruzioni materiali rimanevano vittime 999 persone. Dalla allora azione di soccorso «Comitato italo-svizzero Pro Friuli di San Gallo» si formò nel 1984 l’Associazione «Pro Friuli di San Gallo», la quale si dedica allo scambio tra le due comunità e culture. Essa - assieme con il Comune di Moggio – sta organizzando una mostra - memoria dei tristi eventi di 30 anni fa ed esempio dei coraggiosi e stupendi ripristini. La collaborazione tra qui e giù si svolge anche al livello degli Enti: Cantone di San Gallo con la Provincia di Udine (2004), Comune di Pfäfers con il Comune di Moggio Udinese (2005).
Il vernissage della mostra avrà luogo domenica, 11 novembre, ore 11. Durerà fino al 6 gennaio 2008.

 


bis 8. Juli 2007
 
 

Über die Alpen. Menschen –Wege –Waren

Die 10 000jährige Geschichte der Alpenüberquerung mit all ihren verschiedenen Facetten ist Gegenstand der Ausstellung. Thematisiert werden die Alpen und die Alpenübergänge, der Beginn und die Entwicklung der menschlichen Besiedlung und Nutzung des Alpenraums,
die Wege und Kunstbauten, die Transportmittel sowie die Menschen an und auf den Wegen.

Zahlreiche hochrangige Exponate aus dem ganzen Alpenraum illustrieren die besprochenen Themen.
Das Projekt wurde 2002 von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) anlässlich ihres 30jährigen Bestehens von Fachleuten aus allen Mitgliedsländern ins Leben gerufen und mit Fachwissen und besonderen Leihgaben unterstützt.

Im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen wird die Wanderausstellung «Über die Alpen. Menschen –Wege –Waren» durch sankt-gallische Funde bereichert. Durch die Ausstellung wird «das archäologische Fenster der Region» geöffnet. Neue Erkenntnisse und Neufunde der Kantonsarchäologie St.Gallen werden erstmals vor- und ausgestellt.

Das Alpenrheintal und das Walensee-/Seeztal sind seit Urzeiten Teil der wichtigsten Transitrouten über die Alpen. Siedlungen, Verkehrswege und Funde belegen dies eindrücklich.

Mit ÜBER DIE ALPEN wird das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen Station einer bedeutenden archäologischen Ausstellung. Die Besucher und Besucherinnen erhalten eine qualitativ hochstehende und doch unterhaltsame Ausstellung zu einem bedeutenden Thema in der Archäologie.

 

 

bis 27. Mai 2007
 

 

TibeterInnen in der Heimat
und in der Fremde

Eine Begegnung mit Lebensgeschichten, Fotografien und Objekten

An die 3000 Tibeterinnen und Tibeter leben heute in der Schweiz, und doch wissen wir wenig von ihren Lebensgeschichten, Hoffnungen und Träumen oder von ihrer identitätsstiftenden Kultur. Fritz Berger hat ihren Geschichten – hier in der Schweiz als auch in Tibet – gelauscht und sie niedergeschrieben. Die Ausstellung ermöglicht eine Begegnung mit diesen vielfältigen Biografien, sowie mit der Kultur Tibets, welche durch ausgewählte Objekte aus der eigenen Sammlung und Leihgaben veranschaulicht wird.

Die politische Situation treibt bis heute Tibeter und Tibeterinnen zur Flucht. Welche Strapazen und Gefahren es bedeutet den Himalaya zu überwinden, zeigt die von Manuel Bauer fotografisch begleitete Flucht eines sechsjährigen Mädchens nach Indien ins Exil.

Eine Ausstellung der Villa am Aabach. Egänzt durch das Historische und Völkerkundemuseum St.Gallen.

 

ab 18. November 2006 – 18. Februar 2007
 
 

Visa retten Leben – Carl Lutz

Als im Jahre 1944 die Judenverfolgung in Ungarn ihrem Höhepunkt zustrebte, unternahm der Schweizer Konsul Carl Lutz aus eigener Initiative und auf unbürokratische Art und Weise eine grossangelegte Rettungsaktion. Dank seinem Mut und dem seiner Mitstreiter konnten mehr als 62'000 Juden vor der Vernichtung in den nationalsozialistischen Todeslagern bewahrt werden.

Die Wanderausstellung, die unter dem Patronat der Pro Helvetia steht, hat seit 1998 in zahlreichen Städten, u.a. Los Angeles, London, New York, Tel Aviv, Jerusalem und Basel, Station gemacht. Obwohl Carl Lutz Appenzeller war, wurde die Ausstellung bis anhin nie in der Ostschweiz gezeigt. Zum erstenmal werden nun im Historischen und Völkerkundemuseum die Fotografien, die grösstenteils aus der Hand von Carl Lutz stammen, gezeigt und mit weiteren Exponaten aus der Sammlung des Museums und dem Privatbesitz der Nachkommen ergänzt.

 

2. September 2006 – 7. Januar 2007
 

 

Dresscode
Das Kleid als künstlerisches Symbol

Anoush Abrar & Aimée Hoving (CH), Julie Becker (USA), Daniele Buetti (CH), Hussein Chalayan (TUR), Alicia Framis (SP), Marie-Ange Guilleminot (F), Jacqueline Hassink (NL), Elma van Imhoff & Saskia van Santen Kolff (NL), Helmut Newton (USA), Yoko Ono (Japan / USA), Paulina Olowska (PL), Lucy Orta (UK), Beverly Semmes (USA), Yinka Shonibare (UK), Jana Sterbak (CZES), Eve Sussman (USA), kuratiert von Gianni Jetzer

Die Ausstellung DRESSCODE versammelt zahlreiche Positionen der Gegenwart. Alle KünstlerInnen benützen Kleider als Vehikel. Sie zeigen auf, wie das vermeintlich einfache Objekt «Kleid» als künstlerisches Symbol aufgeladen und zur Lesespur der Gegenwart umgedeutet werden kann. Gesellschaftliche Themen wie etwa kulturelle Identität, Geschlechterfragen, Sicherheit, Emanzipation oder Hierarchien der Macht werden darin verhandelt. DRESSCODE zeigt das gezielte Aufladen von Kleidungsstücken mit Codes, das Verhandeln von gesellschaftlichen Themen über Kleidungsstücke. Das Kleid wird zum Kommunikationsvehikel, zum künstlerischen Code.
Unter einem Code wird eine Vorschrift verstanden, in der Symbole einer Darstellung in solche einer anderen übertragen werden. Die Signale, welche Mode aussendet und mit denen sie kommunizieren, gehören zur Klasse der Symbole. Roland Barthes hat sie als «vestimentäre Codes» bezeichnet. Während Mode willkürlich ist, weil die Beziehung zum bezeichneten Objekt offen ist, gestalten Künstler eine Symbolik, die eine bestimmte Thematik umkreist. Die künstlerischen Kleider werden zum Kommunikationsmedium mit denen sich gezielt Aussagen machen lassen. Kunst und Mode werden in DRESSCODE zu einem Netzwerk, das soziale Konstruktionen von Bildern des Weiblichen und Männlichen, der sozialen und persönlichen Macht sowie individueller Fantasie produziert.

Anoush Abrar & Aimée Hoving vergleichen in ihrer Fotoarbeit «Bal des Débutantes» die Kleider von Müttern und Töchtern kurz vor einem bedeutenden gesellschaftlichen Anlass. Mit «Suburban Legend» spürt Julie Becker einem Mythos zwischen Musik und Film nach. Daniele Buetti paart in seinem Video «Sweet Memories» Melancholie und Eitelkeit. Der Modemacher Hussein Chalayan hat Kleider entworfen, die schier architektonische Qualitäten besitzen. Alicia Framis verhilft heutigen Frauen mit bissfester Dog_Couture zu mehr Freiheit und weniger Angst. Marie-Ange Guilleminot benutzt ihre Kleiderskulpturen als persönlich gefärbte Kommunikationsvehikel. Jacqueline Hassink hat in den Salons der Haute Couture fotografiert als Ort von Sehnsucht und Macht. Anhand der Anleitung zur Herstellung eines roten Kleides führen Elma van Imhoff & Saskia van Santen Kolff eine Untersuchung zur gesellschaftlichen Vernetzung von Mode durch. Der Name Helmut Newton verbindet sich mit kühler Inszenierungen von Frauen, zwischen Modefotografie und Kunst oszillierend. Yoko Ono hat sich einst vom eigenen Körper in einer Performance vom mit Scheren bewaffneten Publikum ihr Kleid in Stücke schneiden lassen. Das Alphabet hat Paulina Olowska in einer tänzerischen Einlage in rotem Kleid nachgebildet. Lucy Orta macht aus Kleidern Schutzinseln in Form von zeltartigen Skulpturen. Beverly Semmes inszeniert ein überdimensioniertes Kleid als Zeichen von gleichzeitig Macht und Isolation. Yinka Shonibare reflektiert in seinen Installationen sowohl Kolonialgeschichte als auch kulturelle Identität. In ihrer Performance Remote Control thematisiert Jana Sterbak Mobilität und Gefangenschaft anhand eines fahrenden Reifkleides, das von der darin sitzenden Frau gesteuert werden kann. Eve Sussman evoziert die Gesellschaftsordnung des Barocks sowie die damit verbundenen Kleidungsvorschriften in einer filmischen Nachbildung von Velasquez Las Meninas.

Die Ausstellung ist Teil von «Schnittpunkt - Kunst und Kleid» in Textilmuseum, Kunstmuseum, Kunsthalle und Historisches Museum St. Gallen.

Kontakt:
Gianni Jetzer, Gastkurator
Stefan Wagner, kuratorischer Assistent DRESSCODE

 

10. September 2005 – 9. Juli 2006
 

 
Fürstabtei St. Gallen –
Untergang und Erbe

Die Ausstellung findet aus Anlass der Aufhebung der Fürstabtei St.Gallen vor 200 Jahren statt und ist in Zusammenarbeit mit Stiftsbibliothek, Stiftsarchiv und Staatsarchiv entstanden. In eigens dafür renovierten Räumen werden auf rund 600 m² zum Teil noch nie ausgestellte Exponate gezeigt. Die Leihgaben stammen aus den erwähnten Institutionen sowie zahlreichen st.gallischen Frauenklöstern, Kirchgemeinden, dem Schweizerischen Landesmuseum Zürich und aus Privatbesitz. Zu sehen sind u.a. der weltberühmte Folchart-Psalter aus der Stiftsbibliothek, wichtige Urkunden und Dokumente zur Aufhebung der Fürstabtei 1805, das unter Abt Joseph von Rudolphi um 1730 geschaffene Fluchtarchiv, einmalige Silber- und Goldschmiedearbeiten aus dem Domschatz der Kathedrale, mittelalterliche und barocke Skulpturen und Gemälde, darunter die romanische Sitzmadonna und der Katakombenheilige Pankratius aus Wil. Ein eigens erstellter Film rundet die grösste, jemals im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen veranstaltete Sonderausstellung ab.

 

seit 11. Juni 2005 Dauerausstellung
 
 
VerWandlung – Alltag, Kunst und Religion bei Amazonas-Indianern

Im Zeitalter der Globalisierung sind Fragen nach der Wandlungsfähigkeit und –bereitschaft einer Gesellschaft von grosser Bedeutung. Jede Kultur ist einem steten Wandlungsprozess unterworfen. Bei den Völkern des amazonischen Tieflandes hat das Prinzip der Verwandlung Tradition. Mit Hilfe von Gegenständen, Gesängen und Tänzen werden fortlaufend Wandlungen vollzogen, besonders bei religiösen Handlungen des Schamanen sowie in mythischen Erzählungen. Auch im alltäglichen Bereich wie bei der Jagd und der Nahrungszubereitung findet ein Umwandlungsprozess statt, um den Fortbestand der Welt zu sichern.

Im ehemaligen „Antikenkabinett“ wurde für die Völkerkunde der regionale Schwerpunkt Amazonien neu eingerichtet. Erstmalig werden im Historischen und Völkerkundemuseum zum Teil sehr alte sakrale und Alltagsgegenstände des südamerikanischen Tieflandes wie Federschmuck, Maskenanzüge, Blasrohre, Keramiken und Siebe aus eigenen Beständen präsentiert. Sie geben einen Einblick in die Verwandlungskünste, die Besonderheiten indigener Kunstfertigkeit sowie die Lebens- und Vorstellungswelt indigener Völker aus Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay.
Grossformatige Bilder veranschaulichen Alltag und Feste einiger indigener Gruppen.

Eine Publikation zur Ausstellung wird im Herbst erscheinen.

Die Ausstellung wird grosszügig unterstützt von der
Walter und Verena Spühl-Stiftung.

Informationen zu indigenen Völkern Brasiliens
 

26. November 2004 – 31. Juli 2005
 

 
Iranische Flachgewebe im Spiegel der Moderne

Die Flachgewebe der iranischen Nomaden haben eine jahrtausendealte Tradition und entstammen einer auf magischen Zeichen und Formen beruhenden Gedankenwelt. Klare Streifenstrukturen, die Verwendung von Komplementärkontrasten und die visuelle archaische Einfachheit der Flachgewebe bilden erstaunliche Gemeinsamkeiten zur Kunst des 20. Jahrhunderts. In der Ausstellung sind Kelims und Sofrehs in Konfrontation mit Bildern von Josef Albers, Sean Scully, Olivier Mosset, Markus Weggenmann und einer Arbeit von Antoni Tàpies aus dem Kunstmuseum St.Gallen zu sehen.

 

Bis Sommer 2005
 
 
Geknüpfte Paradiese – Orientteppiche
des 19. und 20. Jahrhunderts

Im Laufe der vergangenen Jahre konnte neben einer Kelim-Kollektion, die bereits im Jahre 1996 ausgestellt wurde, auch eine kleine, repräsentative Sammlung von orientalischen Knüpfteppichen aufgebaut werden, die nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Diese textilen Meisterwerke aus Anatolien, dem Kaukasus, dem Iran und Mittelasien vermitteln einen Eindruck vom ästhetischen Empfinden und der Fingerfertigkeit ihrer Knüpferinnen. Die Nomaden- und Bauernteppiche berühren durch den Bedeutungsreichtum ihrer überlieferten Formensprache, die Erzeugnisse der städtischen Werkstätten bezaubern durch die raffinierte Verbindung der Farben und Ornamente. Allen eigen ist ihre Verwendung als textiles Mobiliar.
 

21. November 2004 – 10. April 2005
 
 
Zeitbilder der Schweiz aus dem
19. Jahrhundert

Die Aufzeichnungen der Brüder Jakob und Heinrich Senn zeigen die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen auf, die sich im 19. Jahrhundert in der Schweiz vollzogen haben.

Geboren als Söhne eines Kleinbauern in der Zürcher Oberländer Gemeinde Fischenthal entwickelten sie ein ungewöhnliches Interesse für die Welt der Bücher. Mit seinem Lebensroman «Ein Kind des Volkes» hat der dichterisch ambitionierte Jakob Senn (1824 – 1879) ein bis heute gültiges Stück Literatur geschaffen. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Heinrich Senn (1827–1915) hat sich seinerseits von 1850 bis 1885 über fünfunddreissig Jahre hinweg in einem ausführlichen Tagebuch als getreuer Chronist seiner Zeit betätigt.

Das zehnbändige Tagebuch Heinrich Senns bildet neben Jakob Senns Lebensroman die Hauptquelle für ein faszinierendes Kaleidoskop unterschiedlichster Zeitbilder, das im Verlag Neue Zürcher Zeitung als Buch erschienen ist und die Grundlage für die vom Historischen Museum St. Gallen erarbeitete Ausstellung bildet.

 


8. Mai 2004 - 19.September 2004
 
 

L'Histoire c'est moi
555 Versionen der Schweizer Geschichte 1939 – 1945
Eine multimediale Ausstellung

Wie haben die Menschen in der Schweiz den Zweiten Weltkrieg erlebt? Wie erinnern sie sich heute daran? Antworten auf diese Fragen gibt die multimediale Ausstellung «L’Histoire c’est moi. 555 Versionen der Schweizer Geschichte 1939–1945». 555 Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wurden zwischen 1999 und 2001 interviewt und kommen in der Ausstellung zu Wort. Ihre Erinnerungen bieten lebendige neue oder bisher wenig bekannte Einblicke in die Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs und ergänzen die bisherige Geschichtsschreibung um die vielfältigen persönlichen Erinnerungen von Menschen unterschiedlichster Herkunft und politischer Gesinnung.

Weitere Informationen: www.archimob.ch

 

20. September 2003 - 18. April 2004
 
 
Hermann Hesse, Maria Geroe-Tobler –
eine Künstlerfreundschaft


Die in Zusammenarbeit mit dem Hermann Hesse-Museum in Montagnola konzipierte Ausstellung stellte Leben und Werk der für ihre einzigartigen Bildteppiche bekannten Künstlerin Maria Geroe-Tobler im Kontext mit dem Schriftsteller Hermann Hesse dar. Die gebürtige St.Gallerin war Schülerin von Paul Klee und Wassily Kandinsky am Bauhaus in Dessau und lebte seit 1925 in Montagnola TI im Umkreis von Hermann Hesse, der die Künstlerin sehr schätzte und ihr auch einen Aufsatz widmete. An der von zwei Filmen begleiteten Ausstellung waren Bildteppiche, Zeichnungen und Werkentwürfe von Maria Geroe-Tobler zu sehen sowie verschiedene, noch nie ausgestellte Briefe, Manuskripte und Aquarelle von Hermann Hesse aus der Kantonsbibliothek St.Gallen.

Als Auftakt zur Ausstellung zeigte die St.Galler Künstlerin Lucie Schenker ihre 1988 entstandene Installation «Ruhe schwingt» im neu renovierten Leinwandsaal.

 


 
 
5. April 03 — 10. August 03
 
 
Badefreuden — Badekultur und Körperflege in früheren Zeiten

Die Wanderausstellung aus dem Schloss Kyburg vermittelte viele interessante Informationen rund ums Baden, um Körper- und Schönheitspflege vom Spätmittelalter bis in die neuere Zeit. Im Zentrum der Ausstellung stand ein Bad- und Schwitzhaus, wie es einst im Schlosshof des Landvogts stand. Ergänzt wurde die Präsentation durch Hinweise auf die Badekultur in St.Gallen und eine Auswahl von Bademode aus der Sammlung des Historischen Museums.

Die Ausstellung wurde unterstützt von Sanitas Troesch.