Dauerausstellungen Völkerkunde
Kulturgeschichte
Die
Abteilung für Ur- und
Frühgeschichte vermittelt Einblicke in das Leben
von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter. Gezeigt
werden auch bedeutende Objekte von Fundstellen im Kanton St.Gallen,
wie zum Beispiel aus den Siedlungen Montlingerberg (Rheintal)
sowie Balmenrain/Eschenbach (Zürichsee-Walensee-Route). 
In
der Abteilung St.Galler Stadtgeschichte wird die Entwicklung der Stadt St.Gallen von den Anfängen
(Gallus 612) bis ins 19. Jahrhundert dargestellt. Das nach dem
weltberühmten St.Galler Klosterplan von 819 gebaute Klostermodell
gibt einen guten Überblick über eine frühmittelalterliche
Klosteranlage. Den Mittelpunkt des Stadtgeschichts-Saales bildet
das grosse Modell des spätmittelalterlichen St.Gallens.
Der Architekt Salomon Schlatter (1858 – 1922) hat es nach
dem Stich von Matthäus Merian aus dem Jahre 1642 zur Eröffnung
des «Neuen Museums» (1921) erstellt. 
Eingebaute Repräsentations- und
Wohnräume mit reicher Möbelausstattung bringen
den Besuchern die Welt der bürgerlichen Oberschicht des
15. bis 19. Jahrhunderts näher. Der prachtvollste Raum
ist jener des Fürstabtes Joachim Opser von 1580 aus seiner
Residenz im Hof zu Wil.
Besonders
sehenswert sind die zahlreichen altschweizerischen Kabinettscheiben
aus der Zeit vom 15. bis 18. Jahrhundert im Glasgemälde-Kabinett
und im ganzen Haus. 
Der kirchlichen Kunst mit Exponaten vom 14. bis 18. Jahrhundert ist ein besonderer
Raum gewidmet. Dort sind unter anderen auch Figuren der St.Galler
Stadtheiligen Gallus, Otmar und Wiborada zu sehen. 
Die Appenzeller und Toggenburger
Volkskunst ist mit zahlreichen bedeutenden Zeugnissen
vertreten. Zu erwähnen ist insbesondere die reich mit biblischen
Szenen bemalte Prunkstube von 1790 aus dem Steigerhaus in Flawil.
Im
Textilsaal wird die Geschichte
der St.Galler Stickereiindustrie im 19./20. Jahrhundert anschaulich zur Darstellung gebracht.
Die in diesem Raum gezeigten Kostüme vermitteln einen Eindruck
von der sehr umfangreichen und bedeutenden Kostümsammlung
des Historischen Museums St.Gallen.
Die militärhistorische Abteilung mit Waffen und Uniformen orientiert über die Verteidigungsanstrengungen
der Stadt, der Fürstabtei und des Kantons St.Gallen. Besonders
erwähnenswert sind die Burgunderfahnen des 15. Jahrhunderts,
welche St.Galler Truppen als Beute von den Burgunderkriegen
nach Hause brachten.
Die Ausstellung «Feuer
und Licht» gibt einen Einblick in die Methoden
des Feuerentfachens vom Feuerstein bis zum modernen Feuerzeug.
Zudem wird die Entwicklung der Lichtträger vom Kienspan
bis zur heutigen Stromsparlampe aufgezeigt.
In
der Spielzeug-Abteilung erfahren die Besucher, mit welchen Spielsachen und Spielen
die Kinder vor 100 und mehr Jahren gespielt haben.
Völkerkunde
In
den Ausstellungsräumen weisen traditionelle Kleidungsstücke,
Schmuck, Waffen und Gerätschaften, religiöse und
rituelle Gegenstände sowie Kunstwerke aussereuropäischer
Kulturen auf das Leben, die Religion und Kosmologie der Menschen
unserer Erde hin.
- Totenkult und Schriftzeugnisse
des alten Ägypten
- Masken und Skulpturen aus West- und Zentralafrika
- Bronzearbeiten aus dem Königreich Benin
- Kultische Objekte aus dem Pazifikraum und Australien
- Schnitz-, Flecht- und Perlenarbeiten, Federschmuck und
Trachten
der Indianer- und Inuitkulturen Nordamerikas
- Tongefässe, -figuren und -masken der präkolumbischer
Kulturen
Mittel- und Südamerikas
- Alltags-, und Kultgegenstände
des alten China
und
Japan
- Hauseinrichtung und Keramik
der islamischen Kulturen
Nordafrikas
und Vorderasiens
- Musikinstrumente und Götterfiguren Indiens
- Schmuck und Teppiche aus Zentralasien
- Bildrollen und Schattenspielfiguren aus Indonesien
Ausstellungsschwerpunkte:
VerWandlung Alltag, Kunst und Religion bei
Amazonas-Indianern
Im ehemaligen «Antikenkabinett»wurde
für die Völkerkunde der regionale Schwerpunkt Amazonien
neu eingerichtet. Erstmalig werden im Historischen und Völkerkundemuseum
zum Teil sehr alte sakrale und Alltagsgegenstände des
südamerikanischen Tieflandes wie Federschmuck, Maskenanzüge,
Blasrohre, Keramiken und Siebe aus eigenen Beständen
präsentiert. Sie geben einen Einblick in die Verwandlungskünste,
die Besonderheiten indigener Kunstfertigkeit sowie die Lebens-
und Vorstellungswelt indigener Völker aus Brasilien,
Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay.
Grossformatige Bilder veranschaulichen Alltag und Feste einiger
indigener Gruppen.
Das andere Gesicht Maskenspiel
und
Heilritual in Sri Lanka
Sie sind farbenprächtig und unheimlich: Die Masken aus
der Schenkung Thilo Walter Hoffmann sind für westliche
Augen ein fröhlich-grotesker Augenschmaus. Für die
Singhalesen des südlichen und südwestlichen Küstengebietes
verkörpern sie unheilvolle Dämonen, die Krankheiten
verursachen. Masken mit herausquellenden Augen und Übelkeit
erregenden Gesichtszügen bilden den Hauptteil dieser
weltweit bedeutenden Sammlung. Ein kleinerer Teil davon sind
satirische und lustige Theatermasken, die früher beim
buddhistischen Neujahrsfest und in Vollmondnächten auftraten.
Lange vergessen und in den 1980er Jahren wiederbelebt sind
diese gut hundertjährigen Theatermasken Zeugen alter
Maskenspiele. Ganz anders die Heilrituale: Sie werden bis
heute für einfache Dorfbewohner durchgeführt. In
einem nächtlichen Spektakel treten maskierte Tänzer
wild brüllend als krankheitsbringende Dämonen auf.
In witzigen Dialogen thematisieren sie unkontrollierte Handlungen
und Triebe, sodass der Patient sein Fehlverhalten erkennen
und gesunden kann. Bevor die westliche Medizin ins hinterste
Dorf vordrang, waren solche atemberaubenden Maskenaufführungen
zu Heilzwecken an der «Tagesordnung» darüber
berichten die anderen Gesichter dieser Ausstellung, wie die
Masken im Singhalesischen genannt werden.
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