Dauerausstellungen Kulturgeschichte


In den Ausstellungsräumen weisen traditionelle Kleidungsstücke, Schmuck, Waffen und Gerätschaften, religiöse und rituelle Gegenstände sowie Kunstwerke aussereuropäischer Kulturen auf das Leben, die Religion und Kosmologie der Menschen unserer Erde hin.

- Totenkult und Schriftzeugnisse des alten Ägypten
- Masken und Skulpturen aus West- und Zentralafrika
- Bronzearbeiten aus dem Königreich Benin
- Kultische Objekte aus dem Pazifikraum und Australien
- Schnitz-, Flecht- und Perlenarbeiten, Federschmuck und
Trachten der Indianer- und Inuitkulturen Nordamerikas
- Tongefässe, -figuren und -masken der präkolumbischer
Kulturen Mittel- und Südamerikas
- Alltags-, und Kultgegenstände des alten China
und Japan
- Hauseinrichtung und Keramik der islamischen Kulturen
Nordafrikas und Vorderasiens
- Musikinstrumente und Götterfiguren Indiens
- Schmuck und Teppiche aus Zentralasien
- Bildrollen und Schattenspielfiguren aus Indonesien

Ausstellungsschwerpunkte:

VerWandlung – Alltag, Kunst und Religion bei
Amazonas-Indianern

Im ehemaligen «Antikenkabinett»wurde für die Völkerkunde der regionale Schwerpunkt Amazonien neu eingerichtet. Erstmalig werden im Historischen und Völkerkundemuseum zum Teil sehr alte sakrale und Alltagsgegenstände des südamerikanischen Tieflandes wie Federschmuck, Maskenanzüge, Blasrohre, Keramiken und Siebe aus eigenen Beständen präsentiert. Sie geben einen Einblick in die Verwandlungskünste, die Besonderheiten indigener Kunstfertigkeit sowie die Lebens- und Vorstellungswelt indigener Völker aus Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay. Grossformatige Bilder veranschaulichen Alltag und Feste einiger indigener Gruppen.

Das andere Gesicht – Maskenspiel und
Heilritual in Sri Lanka

Sie sind farbenprächtig und unheimlich: Die Masken aus der Schenkung Thilo Walter Hoffmann sind für westliche Augen ein fröhlich-grotesker Augenschmaus. Für die Singhalesen des südlichen und südwestlichen Küstengebietes verkörpern sie unheilvolle Dämonen, die Krankheiten verursachen. Masken mit herausquellenden Augen und Übelkeit erregenden Gesichtszügen bilden den Hauptteil dieser weltweit bedeutenden Sammlung. Ein kleinerer Teil davon sind satirische und lustige Theatermasken, die früher beim buddhistischen Neujahrsfest und in Vollmondnächten auftraten. Lange vergessen und in den 1980er Jahren wiederbelebt sind diese gut hundertjährigen Theatermasken Zeugen alter Maskenspiele. Ganz anders die Heilrituale: Sie werden bis heute für einfache Dorfbewohner durchgeführt. In einem nächtlichen Spektakel treten maskierte Tänzer wild brüllend als krankheitsbringende Dämonen auf. In witzigen Dialogen thematisieren sie unkontrollierte Handlungen und Triebe, sodass der Patient sein Fehlverhalten erkennen und gesunden kann. Bevor die westliche Medizin ins hinterste Dorf vordrang, waren solche atemberaubenden Maskenaufführungen zu Heilzwecken an der «Tagesordnung» – darüber berichten die anderen Gesichter dieser Ausstellung, wie die Masken im Singhalesischen genannt werden.







 
 
 
 
 

Sitzender Buddha,
China um 1200 n. Chr.


 
 

Kopfschmuck
Peru, Montana-Chuncho


 
 

Pali-Maske
Sri Lanka